Kariesbehandlung

Frühkindliche Karies: (Early Childhood Caries – ECC)

  • suchtartig verlängertes Trinken (> 1. Lebensjahr) aus der Saugerflasche
  • verlängertes Stillen (besonders nachts)
  • Honig-, Zuckerschnuller
  • Hustensäfte, Antibiotikasäfte

Labio-Linguale Läsionen

Konservierend-prothetische Versorgung (Füllungstherapie):

Insbesondere die Milchzähne weisen einige Besonderheiten in ihrer Struktur auf, wodurch sich nicht jedes Füllungsmaterial in gleicher Weise eignet. Als Füllungsmaterial der Wahl haben sich am Milchzahn die so genannten Kompomere durchgesetzt. Dieses Füllungsmaterial lässt sich am Milchzahn gut verarbeiten, gibt geringe Mengen an Fluorid ab und ist für den Zahnnerv (Pulpa) relativ gut verträglich. Einige Hersteller bieten bunte Füllungsmaterialien dieser Stoffklasse an, was auf die Kinder einen Motivationseffekt haben kann.

Amalgam als Füllungsmaterial wird am Milchzahn nicht mehr empfohlen, wobei hier doch eher forensische als wissenschaftlich- toxikologische Aspekte eine Rolle spielen. Auch am Milchzahn sollte darauf geachtet werden, die Mesial-Distal-Distanz zu erhalten, um das Aufrücken der Backenzähne (Mesialisierung) zu verhindern.

Links: Ausgeprägte Glattflächenkaries bei einem 16-jährigen Mädchen
Ursache des desolaten Gebisszustandes: Insuffiziente Mundhygiene während kieferorthopädischer Behandlung mit festsitzender Apparatur („Brackets“).
Rechts: Zustand nach endgültiger Versorgung der oberen und unteren Frontzähne mit Kompositaufbauten

Links oben: An den unteren Molaren ist in den Grübchen der Kauflächen eine geringfügige Kariesausdehnung erkennbar. Eine Fissurenversiegelung zum Verschluss der Fissuren ist nicht mehr ausreichend.
Rechts: Substanzschonende Präparation der Fissuren und Kariesentfernung
Links unten: Erweiterte Versiegelung bzw. Verschluss der Kavität mit Komposit

„Allgemeinübliche“ zahnärztliche Behandlung:

Links: Kariöse Läsionen an den oberen Milchfrontzähnen wegen exzessiven und lange bestehenden Konsums gesüßter Getränke per Nuckelflasche im Kleinkindesalter
Rechts: Sanierung des Milchgebisses: Die mittleren Schneidezähne waren wegen Entzündungen an den Zahnwurzeln nicht zu erhalten.

Behandlung unfallbedingter Zahnschäden
Das Unfallrisiko und die Gefahr der Verletzung im Mund und Kieferbereich sind bei Kleinkindern besonders hoch. Hierbei ist eine fachgerechte und schnelle Behandlung notwendig, um Schäden der bleibenden Zähne zu vermeiden bzw. zu minimieren.

Behandlung traumatisch bedingter Zahnschäden:

Links: Sportunfall eines 12-jährigen Jungen, Kronenfrakturen an den oberen Frontzähnen
Rechts: Versorgung der Kronenfrakturen mit Kunststoff (Komposit)

Links: Kinderprothese auf einem Gipsmodell zum Ersatz zweier Milchfrontzähne bei einem vierjährigen Jungen. Die beiden Frontzähne waren durch einen Sturz komplett verloren gegangen.
Rechts: Kinderprothese nach Eingliederung

Mit Kunststoff befestigte Titanschiene nach Zahnunfall

Behandlung von Strukturanomalien der Zähne
Bei Strukturanomalien der Zähne handelt es sich meistens um Mineralisationsstörungen des Zahnschmelzes oder des Dentins (Zahnbein). Diese Störungen können in seltenen Fällen genetisch bedingt sein, zumeist handelt es sich jedoch um erworbene systemische Beeinträchtigungen der Mineralisation des Zahnhartgewebes. Ursachen können unter anderem häufige Infekte, Antibiotika, Fluoride oder schwere systemische Erkrankungen im frühen Kindesalter sein. Neben diesen systemisch bedingten Mineralisationsstörungen finden sich ebenfalls sehr häufig lokal bedingte Strukturanomalien einzelner Zähne durch Trauma oder Infektion abgestorbener Milchzähne.

Links: Obere mittlere Schneidezähne bei einem 7 Jahre alten Patienten, die ausgedehnten und begrenzten Schmelzverluste waren bereits bei Zahndurchbruch zu verzeichnen
Rechts: Anatomische Gestaltung der Zahnkronen, das freiliegende Dentin wurde mit Komposit abgedeckt.

Rechts: Patient (11 Jahre) mit einer dominant vererbbaren Schmelzbildungs-störung (Amelogenesis imperfecta), bräunlich verfärbte Zähne mit großen Substanzverlusten
Links: Um eine kieferorthopädische Behandlung zu ermöglichen, wurden sämtliche Zähne mit Kunststoff verblendet

Erworbene Strukturfehlbildung der ersten bleibenden Molaren (MIH)

Genetisch bedingte Zahnschmelzanomalie

Prothetische Versorgung
In einigen wenigen Fällen kann eine kieferorthopädische Behandlung bereits im Milchgebiss sinnnvoll sein, insbesondere bei einem einseitigen Kreizbiss oder bei bereits progener Verzahnung des Milchgebisses (Zähne des Unterkiefers stehen vor den Zähnen des Oberkiefers).

Ziel der Behandlung ist es in diesem Fall, die Voraussetzungen für den Zahndurchbruch der bleibenden Zähne zu verbessern. Nicht in allen Fällen kann damit eine kieferorthopädische Behandlung des bleibenden Gebisses vermieden werden, jedoch kann sie zumeist verkürzt werden.

Zu den kieferorthopädischen Frühbehandlungen zählt auch das Einsetzen eines Lückenhalters bei vorzeitigem Milchzahnverlust. Ein Lückenhalter soll verhindern, dass der Platz, den später durchbrechende Zähne benötigen, durch die Verschiebung von Nachbarzähnen aufgebraucht wird. In der Regel ist ein Lückenhalter nur im Seitzahngebiet sinnvoll.

Prothetische Versorgung bei vorzeitigem Milchzahnverlust:

Frühzeitiger Milchzahnverlust bei einem 6-jährigen Jungen, es droht eine Lückeneinengung

Eingliederung eines herausnehmbaren Lückenhalters (Platzhalter), um den regelrechten Durchbruch der bleibenden Zähne zu gewährleisten

Festsitzender Lückenhalter

Prothetische Versorgung erhaltungsfähiger Zähne:

Erhaltungsversuch eines tief zerstörten (frakturgefährdeten) Milchmolaren mit Hilfe einer konfektionierten Stahlkrone